GifHelp
Geflüchteten Kindern Perspektiven schenken
An den Folgen von Krieg, Vertreibung und Flucht leiden besonders Kinder und Jugendliche. Sie haben dabei traumatisierende Erlebnisse und Eindrücke durchlitten, die sie nicht einfach so abschütteln können. Für die rund 1200 Kinder und Jugendlichen, die im Landkreis Gifhorn nach ihrer Flucht einen sicheren Ort gefunden haben, gab es durch das Projekt GifHelp zusätzliche Hilfe. Die Volksbank BRAWO Stiftung und die Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e. V. stellten im Rahmen von United Kids Foundations, dem Kindernetzwerk der BRAWO GROUP, für die psychosoziale Betreuung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen einen Förderbetrag in Höhe von knapp über einer Million Euro bereit. Gemeinsam mit der Diakonischen Jugend- und Familienhilfe Kästorf und dem Landkreis Gifhorn setzten sie das Projekt „GifHelp“ um. Im Juli 2022 wurde das Projekt erstmals von den Beteiligten der Presse in Kästorf vorgestellt.
Konzipiert und umgesetzt wurde das Flüchtlingshilfe-Programm vom Landkreis Gifhorn und von Eckart Schulte mit seinem Team von der Diakonischen Jugend- und Familienhilfe Kästorf. Die Zielgruppe waren alle Kinder und Jugendlichen aus geflüchteten Familien bzw. alleinreisende Minderjährige, die in den Flüchtlingsunterkünften in Kästorf, Brome, Clausmoorhof und Ehra-Lessien sowie anderweitig im Landkreis untergekommen sind. Insbesondere richtete sich GifHelp an Familien aus der Ukraine, aber es stand auch Kindern und Jugendlichen aus allen anderen Nationalitäten offen. Die Angebote sollten an die Aufnahmestellen angedockt werden, jedoch auch die Menschen, die dezentral untergebracht sind, einbeziehen.


Psychosoziale Betreuungsangebote fördern die Integration
„Kern des Projekts ist es, den Kindern und Jugendlichen einen sicheren Ort zu bieten, der ihnen attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten bietet“, fasste Schulte zusammen. Insgesamt bestand es aus drei wesentlichen Bausteinen.
Mit der psychosozialen Betreuung sollte den Minderjährigen die Möglichkeit gegeben werden, im Landkreis überhaupt gedanklich anzukommen und somit das „Erden“ zu ermöglichen. Das könne bereits dazu beitragen, die Traumata etwas zu überwinden. „In begleiteten Aktivitäten, in Musik- und Kunstprojekten können sie sich ausdrücken und das Erlebte anfangen zu verarbeiten“, so Schulte weiter.
Durch gezielte Kinderbetreuungs-Maßnahmen sollten zudem den Erziehungsberechtigten Freiräume geschaffen werden, damit sie sich um ihre eigenen Belange kümmern können. Denn die Erwachsenen benötigten nach ihrer Ankunft auch Möglichkeiten der Beschäftigung und der Übernahme von Aufgaben bis hin zum Einstieg in Beschäftigungsverhältnisse. Dahinter stecke das Bedürfnis, die Familie aus eigenen Kräften versorgen zu können. Die zugewanderten Erwachsenen müssen unbedingt in ihren Fähigkeiten und mit ihren Ressourcen erkannt und einbezogen werden, damit die Integration so gut wie möglich erfolge.
GifHelp war zunächst von Juli 2022 bis Juni 2023 angelegt, konnte aber bis Ende 2024 um ein weiteres Jahr verlängert werden.


